Japan-Infos

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05/08/15

Tagungsbericht „Prävention in der alternden Gesellschaft“ (2): Japan ist in einigen Bereichen weiter

Einangsbereich des Japanisch-Deutschen-Zentrums Berlin
Eingangsbereich des Japanisch-Deutschen Zentrums Berlin (C) Dr. Silke Bromann

Den ersten Teil des Tagungsberichtes finden Sie hier.

Im öffentlichen Bewußtsein für die Folgen des demografischen Wandels und für die Demenzerkrankung ist Japan etwas weiter als Deutschland.

 

  • Der Präventionsgedanke ist in der Gesellschaft weit verbreitet. In vielen Schulen und Betrieben gehört die Frühgymnastik zum Alltag. Die traditionelle japanische Küche ist als fettarm und vitalstoffreich bekannt. Da sich allerdings auch in Japan Fastfood und Fertiggerichte einer großen Beliebtheit erfreuen, werben Kampagnen des Gesundheitsministeriums (und der heimischen Landwirtschaftsverbände) für die Vorteile des traditionellen Essens. Anti-Rauch-Kampagnen zeigen langsam Wirkung, auch wenn der Nikotinkonsum im Japan noch vergleichsweise hoch ist.
  • Große Unternehmen bieten eine umfassende Gesundheitsvorsorge inklusive jährlicher Gesundheitschecks für die Beschäftigten an. Der jährliche Gesundheitscheck ab dem 40. Lebensjahr soll in Zukunft von der staatlichen Krankenversicherung auch für alle Nicht-Angestellten angeboten werden. Die Untersuchung beinhaltet unter anderem die Untersuchung von Blut und Urin, eine Röntgenaufnahme der Lunge sowie ein EKG.
  • Landesweit können sich Bürger zu „Demenz Supportern“ ausbilden lassen: Wenn sie an einer 90-minütigen Unterweisung teilgenommen haben, erhalten sie ein orangefarbenes Armband, das sie als freiwillige Demenzhelfer ausweist. Inhalt der Schulung sind Informationen zur Demenzerkrankung und Verhaltenstipps, wie sie Erkrankten helfen können, die sich zum Beispiel verirrt haben oder mit dem Bezahlen an der Supermarktkasse nicht mehr zurechtkommen.
  • Durch solche Schulungen und Aufklärungskampangen ist ein hohes Bewußtsein für das Thema Demenz vorhanden. Herr Mizutani, der zuständige Referent aus dem japanischen Gesundheitsministerium berichtete von seiner neunjährigen Tochter, die in der Schule über die Demenz in ihren unterschiedlichen Ausprägungen gelernt hatte und das verwirrte Verhalten von älteren Menschen daher in Ordnung findet. Herr Mizutani erinnerte sich an seine eigene Jugend, wo er sich seiner dementen Großmutter, die einmal fast das Haus in Brand gesteckt hätte, geschämt hat.
  • Großer Wert wird in Japan auf die „Community“ gelegt. Nachbarschaftshilfe und örtliche Freiwilligenangebote werden gefördert, um so niedrigschwellige Angebote für ältere Menschen zu schaffen. Beispielsweise bringen die Nachbarn den Müll zur Sammelstelle oder erledigen Einkäufe für diejenigen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind. Hier kann Japan auf ein generell stärkeres Gemeinschaftsgefühl und gewachsene Strukturen in den Nachbarschaften zurückgreifen. Kritische Stimmen gibt es dazu auch in Japan: Es wird befürchtet, dass sich der Staat so aus einen Verpflichtungen zurückziehen könnte.

„Knackpunkte“ und zukünftige wichtige Aufgaben liegen in beiden Ländern ähnlich:

 

  • Bei der Finanzierung der Pflege stehen immer mehr Pflegebedürftige immer weniger Einzahlern in die Sozialversicherung gegenüber.
  • Die Aktivitäten der einzelnen Akteure (Zentrale und kommunale Verwaltung, Sozialversicherungsträger, Privatwirtschaft, Wohlfahrtsverbände, Freiwillige) können noch besser koordiniert werden. Diese Aufgabe soll mit den neuen Gesetzen und Verordnungen in Angriff genommen werden.
  • Betroffene und ihre Angehörigen wünschen sich mehr Möglichkeiten der Teilhabe und Einflußnahme.

Der Blick auf Japan lohnt sich, um mehr über Möglichkeiten des Umgangs mit der alternden Gesellschaft zu erfahren. Auf meiner Webseite werde ich Sie auch weiterhin mit Informationen zu diesem Thema versorgen.

Sie wollen sich selber vor Ort in Japan ein Bild von der Situation in Altenheimen und den aus den Medien bekannten Pflegerobotern machen? Mein Partner Verano Quality – Qualitätsmanagement in der Altenpflege bietet im Oktober eine Exkursion nach Japan an. Nähere Informationen finden Sie hier.

05/07/15

Tagungsbericht „Prävention in der alternden Gesellschaft“ (1): Japan und Deutschland haben viel gemeinsam

Zum Thema Demografischer Wandel hat das Japanisch-Deutsche-Zentrum Berlin gemeinsam mit den Gesundheitsministerien der beiden Länder am 4. und 5. Mai ein Symposium veranstaltet. Mit beiden Fachministern Herrmann Gröhe und Yasuhisa Shiozaki waren hochrangige Vertreter aus beiden Staaten zugegen.

Enge Kooperation auf Ministerienebene

Beide Ministerien arbeiten schon seit mehreren Jahren intensiv zusammen. Es gibt regelmäßige bilaterale Treffen; zur Zeit hospitiert eine Beamtin aus Japan im Bundesgesundheitsministerium. Auf den ersten Blick wirkt dies eigenartig, liegt Japan doch weit weg von Europa. Es gibt aber viele Gemeinsamkeiten in der Bevölkerungsentwicklung und auch in den Gesundheits- und Sozialversicherungssystemen.

Nach den Eröffnungsvorträgen der beiden Minister beschäftigten sich einzelne Sessions mit allgemeiner Gesundheitsprävention, der Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz, der Vorbeugung der Demenzerkrankung sowie der Prävention im Alter.

Die Beiträge beleuchteten die Situation in beiden Ländern zunächst aus der Perspektive der Ministerien und ihnen nachgeordneter Institutionen, des weiteren sprachen Mediziner und Pflegewissenschaftler. Dadurch, dass Vertreter von Sozialversicherungsträgern, aus Pflegeberufen und von Initiativen Betroffener und pflegender Angehöriger an der Tagung teilnahmen und rege zur Diskussion beigetragen haben, kam auch deren Blickwinkel zum Tragen.

Erstaunlich viele Gemeinsamkeiten

Bei einem Ländervergleich drängt sich die Frage nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden auf. Japan und Deutschland haben viel gemeinsam:

  • Für beide ist der demografische Wandel eine drängende Aufgabe und steht dementsprechend weit oben auf der politischen Agenda.
  • Bei Einführung der japanischen Pflegeversicherung hat das deutsche Modell Pate gestanden. Auch sind die Strukturen der Renten- und Krankenversicherung ähnlich wie in Deutschland.
  • In Zukunft soll in beiden Länder die Gesundheitsprävention gestärkt werden: Hierzulande wird gerade ein eigenes Präventionsgesetz auf den Weg gebracht; in Japan ist der „Health Japan 21“-Plan ausgerufen worden. Hiermit sollen die Aktivitäten der einzelnen Akteure (zentrale und lokale Verwaltung, Versicherungsträger, Ärzte und Krankenhäuser, Fachverbände) in Hinblick auf der Vermeidung lebensstilbedingter Krankheiten besser koordiniert werden.

In welchen Bereichen Japan etwas weiter ist als Deutschland und welche Herausforderungen noch zu meistern sind erfahren Sie morgen im zweiten Teil des Tagungsberichtes.

 

Der Blick auf Japan lohnt sich, um mehr über Möglichkeiten des Umgangs mit der alternden Gesellschaft zu erfahren. Auf meiner Webseite werde ich Sie auch weiterhin mit Informationen zu diesem Thema versorgen.

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05/03/15

Der Demographische Wandel in Japan (1): Mehr Freizeit, aber auch die Frage der Pflege

Nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben steht den Menschen viel freie Zeit zur Verfügung, die sie sowohl für ehrenamtliche Tätigkeiten als auch für Konsum und Hobbys einsetzen können. Auf der Habenseite stehen bei einer statistischen Lebenserwartung von 80 Jahren noch mindestens 15 Lebensjahre.

Wie sieht die Freizeitgestaltung „60plus“ in Japan aus? Favoriten sind Fernsehen / Lesen, gefolgt von Ausflügen und Kurztrips innerhalb Japans und leichten sportlichen Aktivitäten wie Spazierengehen oder Gymnastik. Die höchsten Teilnahmeraten an ehrenamtlichen Aktivitäten finden sich in den Altersgruppen 55 Jahre und älter. Auch hier kommt die nach dem ausgefüllten Berufsleben nun frei verfügbare Zeit zum Tragen.

Ein ganzes Marktsegment, der „Silver Market“, bietet Produkte und Dienstleistungen, die sich an eine reifere, „silber“-haarige Klientel richten. Hier bieten sich auch Chancen für europäische Unternehmen. Beispielsweise bei „Universal Design“-Produkten oder bei touristischen und kulturellen Angeboten. Japanische Touristen sind bereit, gutes Geld für einen guten Service auszugeben. Wird dann auch noch auf die besonderen Bedürfnisse älterer Reisender (z.B. mehr Ruhezeiten bei Package Tours) eingegangen, bieten sich gute Geschäftschancen.

Mit zunehmendem Alter steigen aber auch die gesundheitliche Anfälligkeit und die Wahrscheinlichkeit, Pflege in Anspruch nehmen zu müssen. Bei älteren Menschen ist das Gesundheitsbewußtsein ausgeprägter als bei Jüngeren. Ein weiteres Segment des „Silbermarktes“ sind daher Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittel mit einem Gesundheitsclaim, wie z.B. mit Vitaminen angereicherte Säfte.

Gut drei Viertel der Pflegebedürftigen in Japan werden zu Hause betreut; knapp ein Viertel leben in Heimen. Das entspricht etwa der Situation in Deutschland (hier werden 71% zu Hause gepflegt).Die Kernfamilie und die Berufstätigkeit von Frauen ist auch in Japan der Grund dafür, dass mehr und mehr familienexterne Pflegeleistungen, sei es ambulant oder stationär, in Anspruch genommen werden. Im Detail werde ich in der nächsten Folge über Pflegeversicherung und Pflegedienstleistungen in Japan berichten.

In den folgenden Wochen werde ich weitere Artikel über die demografische Entwicklung in Japan schreiben. Über welches Thema möchten Sie mehr erfahren? Welche Fragen interessieren Sie zu gesellschaftlichen Trends oder zum „Silbermarkt“? Mailen Sie mir: info (at) bromann-japanconsulting.de.


 

 


03/09/15

Bundeskanzlerin Merkel zu Besuch in Japan

Seit Sonntag weilt Bundeskanzlerin Merkel zu Besuch in Japan. Auf dem Programm stehen unter anderem eine Audienz beim Kaiser, ein Treffen mit Premierminister Abe sowie Besuche von Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Der Besuch dient der Pflege einer guten freundschaftlichen Beziehung. Sowohl in politischer Hinsicht als auch im Wirtschaftsleben haben die beiden Länder viele Gemeinsamkeiten. Zum Beispiel ist der demografische Wandel ein wichtiges Thema (Die Artikelserie zur alternden Gesellschaft auf bromann-japanconsulting.de wird in Kürze fortgesetzt.). Auch sind beide Staaten hochentwickelte, international vernetzte Industrienationen. 

Dieser interessante Artikel der deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan beleuchtet verschiedene Aspekte deutsch-japanischer Wirtschaftsbegegnungen. So sind die Drittmärkte in den ASEAN-Staaten sowohl für deutsche als auch japanische Unternehmen attraktiv. Klein- und Mittelunternehmen sehen Japan mehr und mehr als einen wichtigen Markt an, auf dem es sich lohnt, die Präsenz auszubauen.

Japans alternde Gesellschaft – Herausforderungen und Chancen

Neue Serie auf www.bromann-japanconsulting.de: Wie geht Japan mit den demografischen Herausforderungen um?

Wie Deutschland ist auch Japan ein alterndes Land; dort vollzieht sich dieser Prozess noch deutlich rapider. Heute ist ein Viertel der japanischen Bevölkerung 65 Jahre und älter; in dreißig Jahren werden 25% der japanischen Bevölkerung älter als 74 Jahre, ein Drittel dann jenseits der „Rentengrenze“ von 65 Jahren sein.

Japan gilt auch als das „Land der Hundertjährigen“. Die Bevölkerungsstatistik aus dem Jahr 2013 weist 55.000 Personen aus, die 100 Jahre und älter sind. Die relativ fettarme, von Reis, Gemüse und Meeresfrüchten dominierte japanische Küche gilt als ein Grund für die Langlebigkeit. Allerdings haben auch moderne Essgewohnheiten (Fertigessen, mehr Fett und Fleischgerichte) in Japan Einzug gehalten; moderne Lifestyle-Krankheiten wie Herzprobleme und Altersdiabetes plagen auch die „jüngeren“ Generationen – mit den entsprechenden Auswirkungen auf das Gesundheitssystem.

Die hohe Lebenserwartung steht auf der einen Seite; auf der anderen steht die gesunkene Geburtenrate. Der statistische Wert liegt bei 1,4 Geburten pro Frau im gebärfähigen Alter (Zum Vergleich: Deutschland ebenfalls 1,4 USA: 1,9 Frankreich: 2,0). Als Gründe für diese Entwicklung wird unter anderem die  gestiegene Erwerbstätigkeit von Frauen genannt. In Japan als einem in familiären Belangen recht konservativen Land ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf schwierig zu bewerkstelligen. Daher entscheiden sich viele Frauen dafür, erst nach Erreichen einer bestimmten Karrierestufe dafür, ein Kind zu bekommen. Manche entscheiden sich ganz dagegen. Ein weiterer Faktor, der einer Familiengründung im Wege steht, ist die wirtschaftliche Unsicherheit. Das Modell der „lebenslangen Festanstellung“ weicht für die jungen Generationen mehr und mehr befristeten Arbeitsverträgen und der Unsicherheit, ob der Job bzw. der Arbeitgeber in ein paar Jahren noch existieren.

Diese Entwicklungen führen zu einer schrumpfenden und alternden Bevölkerung. Dies ist nicht nur eine Herausforderung für Arbeitswelt und Sozialkassen, sondern auch für alle Anbieter von Produkten und Dienstleistungen. Wie gehen Menschen, Staat und Unternehmen damit um? In den folgenden Artikeln werde ich auf die Trends in den Bereichen Familie, Unternehmen und Sozialsysteme näher eingehen. Da Japan und Deutschland hier vor ähnlichen Herausforderungen stehen, lohnt sich der Blick „ans andere Ende der Welt“. Auch werden Sie hier mehr über die Konsequenzen für die deutsch-japanischen Wirtschaftskontakte zu erfahren.


 

 

 

10/20/14

O-miyage, Folge 2: Tipps für Japan-Geschenke

In einem der letzten Beiträge habe ich über Reisemitbringsel und Präsente in Japan berichtet. Was kann man aus Deutschland / Europa als kleine Aufmerksamkeit mitnehmen?

Grundsätzliche Tipps:

  • Lokaltypisches: „Made in Germany“ hat auch in Japan einen guten Ruf.
  • Leicht (an die Gewichtsbegrenzung beim Fluggepäck denken!): z.B. Kunsthandwerk aus Holz, Untersetzer mit „deutschen“ Motiven, Kühlschrankmagnete, Schlüsselanhänger, Lederwaren „made in Germany“.
  • Teilbar (wenn das Präsent an ein Team gehen soll, beispielsweise das Office-Team Ihrer japanischen Niederlassung oder ihres Geschäftspartners)
  • Hierarchie beachten: Für den Firmenpräsidenten sollte es schon etwas Wertigeres sein als für dessen Mitarbeiter.
  • Naturalien kommen immer gut an, hierbei an die klimatischen Bedingungen denken. Im Sommer und Herbst ist es in Japan deutlich wärmer als bei uns. Schokolade mutiert dann schnell zu Schokoladensoße und scheidet als Mitbringsel aus. Alternative: gutes Gebäck vom Konditor, bitte bruchsicher transportieren! „Gummi“, d.h. Gummibärchen und Ähnliches ist vor allem bei jüngeren Leuten als deutsche Spezialität willkommen.
  • Wichtig ist die Verpackung: Sie sollte den Wert des Geschenkes unterstreichen und unbeschädigt sein. Beim Verstauen im Reisegepäck darauf achten oder Verpackungsmaterial und Präsent getrennt packen und erst vor Ort in Japan zusammenführen.
  • Etwas Persönliches wird geschätzt, wenn Sie Ihr Gegenüber schon etwas besser kennen: Für den Musikfreund beispielsweise Klassik-CDs namhafter Interpreten oder ein Bildband über Burgen für jemanden, der sich für Historisches interessiert. Ideal ist es, wenn Sie hochwertige Geschenkartikel mit Ihrem Firmenlogo haben.
  • Traditionell gilt es als Zeichen von mangelnder Selbstbeherrschung, das erhaltene Geschenk sofort auszupacken. Wundern Sie sich also nicht, wenn der Beschenkte es mit einem freundlichen Dankeschön unausgepackt zur Seite legt und nicht weiter beachtet. Heute ist es aber oft so, das gefragt wird, ob das Geschenk ausgepackt werden darf und sich daraus dann ein Anknüpfungspunkt für Small-Talk ergibt.

10/11/14

Gerne wieder im nächsten Jahr – „Steilvorlagen“ als Branchentreffen der Information Professionals

Teilnehmer der Tagung "Steilvorlagen" beim Netzwerken
(c) Michael Klems, infobroker.de

Am 10. Oktober fand zum zweiten Mal die Tagung „Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg“ im Rahmen der Frankfurter Buchmesse statt. Diese Veranstaltung wurde gemeinsam organisiert von der Buchmesse Frankfurt und dem „Arbeitskreis Informationsvermittlung“.

Ein kurzer Abschweifer: Warum findet sich ein Bericht zu einer Tagung von Informationsvermittlern auf einer Japan-Consulting-Webseite? Dr. Silke Bromann Japan Consulting bietet Recherche, Analyse und Beratung zum Japangeschäft an. Mit anderen Worten, ich beschaffe Informationen zum japanischen Markt, werte diese aus und bereite sie für die Kunden auf. Ein großer Teil des Dienstleistungsangebotes ist also Informationsvermittlung, spezialisiert auf Japan. Im Zuge der Gründung von Dr. Silke Bromann Japan Consulting habe ich den Kontakt zu den entsprechenden Netzwerken aufgenommen und bin daher seit der ersten Auflage der „Steilvorlagen“ mit dabei.

„Smart Information, Trends und Hypes“ lautet der Untertitel der diesjährigen Veranstaltung. Eine gute thematische Mischung an Vorträgen erwartete die Teilnehmer: Pim Stouten, Head of Strategy von LexisNexis stellte die Ergebnisse der Studie „The Past, Present and Future of Information Management“ vor. Digitalisierung ist auch hier der Trend. Auch Journalisten recherchieren und bereiten Informationen auf. Michael Spreng, ehemaliger Chefredakteur der Bild am Sonntag und Wahlkampfberater von Edmund Stoiber, fand nachdenkliche Worte zur Krise und dem Qualitätsverfall des Print-Journalismus in Deutschland. Drei Praxisbeispiele unterstrichen die enorm gestiegene Bedeutung der digitalen Kommunikationsformate. Zunächst stellte Dirk Heilmann, Managing Director des vor zwei Jahren gegründeten Handelsblatt Research Institutes, das Unternehmen und dessen Dienstleistungen vor. Er zeigte Beispiele für verschiedene Informationsprodukte. Die folgenden beiden Vorträge zeigten den Wandel der hausinternen Informationsvermittlung von der physischen Bibliothek  hin zum Anbieter von digitalen Informations- und Kommunikationslösungen und von Fortbildungen in diesem Bereich. Vorgestellt wurden jeweils Beispiele aus der Chemiebranche (Merck) und dem Bankensektor (Landesbank Baden-Württemberg, L-Bank).

Der Mittagspause folgte eine Podiumsdiskussion mit den Referenten. Sowohl die Vorträge als auch die Diskussion zeigten, dass interne und externe Informationsvermittler vor den gleichen Herausforderungen stehen. Die Digitalisierung scheint die Funktion eines Informationsvermittlers obsolet zu machen („Das google ich doch eben schnell selber…“). Andererseits erfordert das Bewerten, Filtern und Aufbereiten der Informationen immer noch die entsprechende Erfahrung und Fachwissen. Hier schaffen Information Professionals Mehrwerte. Von zentraler Bedeutung sind für sie die Fähigkeiten in den Bereichen der Kommunikation und der Vermarktung. Die Aufgaben sowohl der unternehmensinternen Informationsspezialisten als auch der freien Informationsvermittler verlagern sich mehr und mehr hin zum Marketing und zur Entwicklung von Dienstleistungen über die reine Vermittlung von Informationen hinaus.

Gerne habe ich auch die zweite Auflage der „Steilvorlagen“ genutzt, um Bekannte zu treffen, neue Kontakte zu knüpfen und mir Anregungen für meine eigene Marketing- und Produktstrategie zu holen. Ich freue mich schon auf die nächste Veranstaltung auf der Buchmesse 2015.

(c) Michael Klems, infobroker.de

Mehr von den "Steilvorlagen" finden Sie auf dem YouTube-Kanal von infobroker.de

10/04/14

Beispiele für omiyage (Mitbringsel) aus Japan

Die Fotos zeigen Geschenke, die ich von japanischen Geschäftspartnern und Bekannten erhalten habe.

Mitbringsel aus Japan: Schlüsselanhänger, Schachtel mit Origamipaier, Fächer
(c) Dr. Silke Bromann

Kugelschreiber, Mini-Geschenkbox mit Japanpaper für Origami (Papierfalten), Handy-/Schlüsselanhänger, Fächer

Mitbringsel aus Japan: verschiedene Lebensmittel
(c) Dr. Silke Bromann

Lebensmittel als Geschenk (v.links): Instant-Fischbrühe, Grüner Tee, Reiswein (sake), Nori (Algenblätter, die grüne Hülle von Sushi-Rolls), des Weiteren Kunsthandwerk (Drache aus geknüpften Zierbändern)

09/23/14

Gastgeschenke – omiyage

Anfang September nutzte ich die Gelegenheit, die Messe Tendence für Einrichtung und Geschenkartikel in Frankfurt zu besuchen. Dabei verfolgte ich unter anderem das Ziel der Ideensuche für Geschenke und Mitbringsel für die nächsten Japanreisen.

Einer der aufwändigsten Punkte in der Vorbereitung meiner Reisen nach Japan ist die Suche nach und die Beschaffung von Mitbringseln (o-miyage お土産) für meine Geschäftskontakte bzw. Freunde und Bekannten dort.

Der Austausch von Geschenken ist ein fixer Bestandteil sowohl im geschäftlichen als auch im privaten Leben. Durch kleine oder größere Präsente soll die gegenseitige Beziehung gefestigt, die gegenseitige Wertschätzung unterstrichen werden.

Was wird verschenkt? In Japan vor allem Lebensmittel und praktische Kleinigkeiten wie Handtücher oder Schlüsselanhänger. Als ich voriges Jahr einige Tage bei Bekannten in Tokyo verbrachte, die in vielen Ehrenämtern engagiert sind, erhielten diese einen Hunderterpack Eier; die folgenden Tage hat es dann viele Eierspeisen gegeben. 

O-Miyage お土産 bedeutet wörtlich „Erzeugnis aus der Region“, und deutet darauf hin, dass es ursprünglich ein Mitbringsel von Reisen in andere Gegenden Japans war. Die an europäischen Touristenzielen beobachtete „japanische Kaufwut“ hat ihren Grund darin, dass man auch die Lieben daheim durch ein Mitbringsel an der Reise teilhaben lässt. Bekannte von mir haben bei einem Deutschlandbesuch den örtlichen Lederwarenfachhandel vor eine große Herausforderung gestellt: Sie betreiben in Japan einen Großhandel für Elektroinstallation und wollten ihren zwanzig Angestellten deutsche Lederportemonnaies von der Reise mitbringen. Nun sollten diese gleichartig sein, damit sich keiner der Beschenkten zurückgesetzt fühlt. Mit Anrufen und Botenfahrten zum Lager und zu einer Filiale konnte der Wunsch unserer Gäste erfüllt werden.

Was nehme ich als Mitbringsel mit, wenn ich aus Deutschland nach Japan fliege? Praktische Tipps für den Japan-Besuch gebe ich im nächsten Artikel.

Japan-Fakten

   
Fläche 378.000 km²
Bevölkerung 128 Millionen
Bevölkerungsdichte 337 Einwohner / km²
Herbstimpressionen aus Meiji-mura (Inuyama-shi, Aichi-ken)